Wer zum ersten Mal durch den Lumpini Park in Bangkok spaziert und plötzlich ein mehrere Meter langes Reptil aus dem Gebüsch gleiten sieht, bleibt instinktiv stehen. Kurz dieser Gedanke:
Bin ich hier gerade falsch abgebogen.
Ist das noch Bangkok oder schon Jurassic World.
Aber keine Sorge.
Das hier ist Realität. Und sie ist ziemlich faszinierend.
Wasserwarane in Bangkok – warum sie mitten in der Stadt leben
Der Lumpini Park war lange vor der Entstehung Bangkoks ein natürliches Feuchtgebiet. Sümpfe, Kanäle, stehende Gewässer. Ein perfekter Lebensraum für Wasserwarane.
Als Bangkok wuchs, Straßen gebaut wurden und Hochhäuser entstanden, ist der Park geblieben. Und mit ihm seine ursprünglichen Bewohner.
Die Wasserwarane sind also nicht eingewandert, sie wurden nicht ausgesetzt und sie sind auch kein kurioses Touristenprojekt.
Sie waren zuerst da.
Bangkok hat sich um sie herum entwickelt – nicht andersherum.
Koexistenz statt Verdrängung
Was den Lumpini Park so besonders macht, ist der Umgang mit diesen Tieren.
Die Wasserwarane werden bewusst toleriert und als Teil des urbanen Ökosystems akzeptiert.
Sie regulieren unter anderem:
•Fischbestände
•Rattenpopulationen
•Aas und organische Abfälle
Kurz gesagt: Sie erfüllen eine ökologische Funktion. Mitten in einer der größten Metropolen Südostasiens.
Und ja, sie sehen wild aus. Urzeitlich. Respekt einflößend.
Aber sie sind in der Regel nicht aggressiv, solange man Abstand hält und sie nicht bedrängt.
Lumpini Park Bangkok – Natur mitten im Großstadtchaos
Der Lumpini Park ist einer dieser Orte, die zeigen, wie widersprüchlich Bangkok sein kann.
Außen: Verkehr, Hitze, Lärm, Hektik.
Innen: Jogger, Tai Chi am Morgen, alte Männer beim Schach – und eben Wasserwarane, die seelenruhig am Ufer liegen.
Dieser Park ist kein Zoo.
Er ist ein lebendiger Beweis, dass Natur nicht immer weichen muss, nur weil eine Stadt wächst.
Respekt vor dem, was schon da war
Vielleicht ist genau das die eigentliche Geschichte hinter den Wasserwaranen im Lumpini Park.
Nicht das Staunen. Nicht der Schock. Nicht das Instagram Foto.
Sondern die Erkenntnis, dass Koexistenz möglich ist, wenn man sie zulässt.
Dass eine Stadt nicht alles kontrollieren, versiegeln und verdrängen muss, um zu funktionieren.
Bangkok macht hier etwas richtig leise, unaufgeregt und selbstverständlich.
Und genau deshalb fühlt sich dieser Moment im Park nicht nach Jurassic World an.
Sondern nach einer Stadt, die gelernt hat, mit ihrer eigenen Geschichte zu leben.


