Gemeinsam mit dem Hund durch die Berge, über Wiesen oder entlang glasklarer Seen zu wandern, gehört für uns zu den schönsten Erlebnissen überhaupt. Unser Hund Paul ist bei fast jeder Tour mit dabei und zeigt uns jedes Mal aufs Neue, wie viel Freude Hunde an der Natur haben. Damit die Wanderung für euch und euren Vierbeiner entspannt verläuft, gibt es aber einige Dinge zu beachten.
In diesem Artikel erfahrt ihr, worauf ihr beim Wandern mit Hund achten solltet, welche Ausrüstung nicht fehlen darf und findet eine praktische Packliste zum Abhaken.
Warum Wandern mit Hund so schön ist
Für Hunde ist Wandern weit mehr als nur Bewegung. Neue Gerüche, abwechslungsreiche Wege und gemeinsame Zeit mit ihren Menschen sorgen für eine artgerechte Auslastung. Gleichzeitig verbringt ihr mehrere Stunden an der frischen Luft und entdeckt wunderschöne Orte gemeinsam.
Gerade in Bayern, Österreich oder Südtirol gibt es unzählige hundefreundliche Wanderwege.
Ist jede Wanderung für Hunde geeignet?
Nein.
Nicht jede Wanderung eignet sich für Hunde. Achtet bereits bei der Planung auf folgende Punkte:
- keine extrem steilen Klettersteige
- keine langen Passagen mit Leitern
- möglichst wenig scharfer Schotter
- ausreichend Schatten
- genügend Wasserstellen
- keine überfüllten Wanderwege
Leichte bis mittelschwere Wanderungen sind für die meisten gesunden Hunde ideal.
Wie weit kann ein Hund wandern?
Das hängt stark von Alter, Gesundheit und Rasse ab.
Als grobe Orientierung:
- Welpen: nur kurze Spaziergänge
- ältere Hunde: eher gemütliche Touren
- kleine Hunde: meist 5–10 Kilometer
- mittelgroße Hunde: etwa 10–20 Kilometer
- sportliche Hunde: teilweise deutlich mehr
Wichtig ist immer, den Hund nicht zu überfordern. Macht regelmäßig Pausen und beobachtet, ob euer Hund noch motiviert unterwegs ist.
Genügend Wasser ist das A und O
Gerade im Sommer benötigen Hunde deutlich mehr Wasser.
Plant deshalb ausreichend Trinkpausen ein und nehmt immer genügend Wasser mit.
Auch wenn unterwegs Bäche oder Seen vorhanden sind, solltet ihr euch nicht darauf verlassen.
Achtet auf die Pfoten
Heiße Steine, scharfkantiger Schotter oder lange Asphaltstücke können die Pfoten stark belasten.
Kontrolliert unterwegs regelmäßig:
- Verletzungen
- kleine Schnitte
- Risse
- eingeklemmte Steinchen
Nach der Wanderung lohnt sich ein kurzer Pfoten-Check.
Leinenpflicht beachten
Je nach Bundesland oder Naturschutzgebiet gelten unterschiedliche Regeln.
Besonders wichtig:
- Weidetiere
- Wildschutzgebiete
- Nationalparks
- Brutgebiete
Informiert euch vorab über die örtlichen Vorschriften.
Begegnungen mit Kühen
Gerade in den Alpen trefft ihr häufig auf Kühe.
Dabei gilt:
- Hund möglichst an kurzer Leine führen.
- Ruhig bleiben.
- Den Kühen ausreichend Abstand lassen.
- Falls Kühe aggressiv reagieren, den Hund ableinen, damit er ausweichen kann.
Das klingt zunächst ungewohnt, wird aber von vielen Bergrettungen empfohlen.
Achtet auf das Wetter
Im Sommer können sich Wege stark aufheizen.
Deshalb empfehlen wir:
- möglichst früh starten
- Mittagshitze vermeiden
- genügend Schatten einplanen
- lieber eine kürzere Tour wählen
Hundekot gehört nicht an den Weg
Auch in den Bergen gilt:
Kotbeutel immer mitnehmen und ordnungsgemäß entsorgen.
Einfach liegen lassen oder den Beutel in die Natur werfen ist keine Lösung.
Nach der Wanderung
Nach der Tour solltet ihr euren Hund kurz untersuchen:
- Pfoten kontrollieren
- Zecken absuchen
- Fell überprüfen
- ausreichend trinken lassen
- etwas Ruhe gönnen
Packliste: Das solltet ihr beim Wandern mit Hund dabeihaben
Für den Hund
- ✔ Halsband oder gut sitzendes Geschirr
- ✔ Leine
- ✔ Schleppleine (optional)
- ✔ Hunde – Trinkflasche *
- ✔ faltbarer Wassernapf *
- ✔ ausreichend Wasser
- ✔ Hundefutter oder Snacks
- ✔ Leckerlis
- ✔ Kotbeutel *
- ✔ Hundemarke
- ✔ Zeckenzange *
- ✔ kleines Erste-Hilfe-Set für Hunde *
- ✔ Pfotenbalsam *
- ✔ Handtuch
- ✔ Kühlmatte (bei heißen Temperaturen)
- ✔ Regenmantel (je nach Wetter)
Für euch
- ✔ Wanderschuhe
- ✔ wetterfeste Kleidung
- ✔ Sonnencreme
- ✔ Sonnenbrille
- ✔ Mütze oder Cap
- ✔ ausreichend Wasser
- ✔ Brotzeit
- ✔ Powerbank *
- ✔ Handy
- ✔ Wanderkarte oder Offline-Karte
- ✔ Erste-Hilfe-Set
- ✔ Bargeld
Unsere Tipps aus eigener Erfahrung
Wir wandern mittlerweile fast immer gemeinsam mit unserem Hund Paul. Was sich dabei für uns besonders bewährt hat:
- Lieber früh morgens starten.
- Viele kleine Trinkpausen einlegen.
- Nicht jede Wanderung bis zum Gipfel durchziehen – manchmal sind Seen oder Almen das schönere Ziel.
- Genügend Zeit einplanen. Mit Hund ist der Weg oft spannender als das eigentliche Ziel.
Häufige Fragen zum Wandern mit Hund
Darf mein Hund auf jede Alm?
Nein. Manche Almen erlauben Hunde nicht oder verlangen eine Leinenpflicht. Informiert euch vorab.
Wie viel Wasser braucht ein Hund beim Wandern?
Das hängt von Größe und Temperatur ab. Nehmt lieber etwas mehr Wasser mit, als ihr vermutlich benötigt.
Brauchen Hunde Wanderschuhe?
In den meisten Fällen nicht. Bei sehr scharfem Untergrund oder verletzten Pfoten können Hundeschuhe jedoch sinnvoll sein.
Sind Bergbahnen mit Hund erlaubt?
Viele Bergbahnen nehmen Hunde mit. Häufig wird allerdings eine Leine verlangt und teilweise ist ein Maulkorb mitzuführen. Informiert euch vorab auf der Website der jeweiligen Bergbahn.
Fazit
Wandern mit Hund ist eine wunderbare Möglichkeit, gemeinsam Zeit in der Natur zu verbringen. Mit der richtigen Tourenplanung, ausreichend Wasser und der passenden Ausrüstung steht einem entspannten Ausflug nichts im Weg. Nehmt Rücksicht auf Wildtiere, andere Wanderer und euren Vierbeiner – dann wird jede Wanderung zu einem besonderen Erlebnis.
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